Estadio Vicente Calderón, Madrid   Leave a comment

Mittwoch, 11. Dezember 2013, 20:45 Uhr
Estadio Vicente Calderón, Madrid
Atlético de Madrid – FC Porto 2:0 (2:0)

Nachdem Madrid mit seinem großen kulinarischen Angebot zum Mittagessen einlud, ging es mit der Metro auf die Südseite des Rio Manzanares. Der Fußweg von der Station Marqués de Vadillo verläuft durch einen Park über eine Brücke zum Stadion und ist durchaus ansehnlich. Generell eignet sich der Südwesten und vor allem der Westen (Casa de Campo) ideal für Spaziergänge und Sport.

An der Tribüne Fondo Sur angekommen, erblickte ich ein stolzes Aufgebot der Policia, die mit Pferden und Mannschaftswagen Präsenz zeigte und den Mob der Frente Atlético, den Ultras der Rojiblancos,  im Blick behielt. Am Stadion blieb vor und nach dem Spiel alles ruhig. Für mich stand vor Anpfiff noch der Besuch des Atlético-Museums auf dem Programm, der für Normalsterbliche 6 Euro kostet. Neben den Trophäen des Clubs und zahlreichen Assecoires, zeigte ein Bereich die Geschichte der Spielstätten der Rojiblancos. Unter anderem war auch ein Modell des neuen, im Bau befindlichen Estadio La Peineta ausgestellt, das im Nordosten der Stadt unweit des Flughafen Barajas entsteht. Da der Neubau, der ursprünglich im Zuge der Bemühungen Madrids für olympische Sommerspiele geplant war, weit von den Wurzeln des Clubs entfernt liegt, stößt er bei den Atlético-Fans auf wenig Gegenliebe, wenngleich ein Schritt in die Moderne für Atlético wirtschaftlich und nachhaltig sinnvoll erscheinen mag.

Wenn der Club zur Saison 2015/16 in die neue Heimat zieht, soll das 1966 eingeweihte Vicente Calderón dem Erdboden gleichgemacht werden und aus dem Stadtbild verschwinden. Die als Estadio del Manzanares eingeweihte Heimat war das erste Stadion Spaniens, das vollständig mit Sitzplätzen ausgestattet war. Nachdem ich über den Ausgang des Museums noch schnell einen Blick in den Fanshop erhaschen konnte, ging es auf die Haupttribüne des Stadions, durch die ein Tunnel führt.

Von meinem Platz beobachtete ich, wie sich das Stadion nur langsam und spärlich füllte. Anders als in Deutschland ist es in Spanien üblich erst kurz vor Spielbeginn seinen Platz einzunehmen. Daher gibt es auch kein Animationsprogramm. Insgesamt wurden am Ende gerade einmal 24.629 Zuschauer gezählt, die frische Abendluft im Vicente Calderón schnuppern wollten. Ob es daran lag, dass Atlético bereits für das Achtelfinale qualifiziert war oder die Kälte den ein oder anderen zu Hause lies, kann ich nicht beantworten.

Der FC Porto enttäuschte an diesem Abend auf ganzer Linie. So war die Mannschaft trotz  bis zu 70 Prozent Ballbesitz zu keiner Zeit in der Lage die B-Elf des derzeitigen Zweiten der Primera Division zu gefährden. Dies sahen offenbar auch die mitgereisten Anhänger ähnlich, die nach dem frühen Rückstand und einem verschossenen Elfmeter, der sinnbildlich für die Abschlussprobleme der Portugiesen stand, resignierten. So gelang es Atlético die Bilanz in der Champions League von 5 Siegen und einem Unentschieden aufzupolieren. Als Gruppenzweiter darf sich trotz einer Niederlage bei Austria Wien Zenit St. Petersburg glücklich schätzen.

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Veröffentlicht 13. Dezember 2013 von stadionkult in Berichte, Neuigkeiten

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