Stade Auguste Bonal, Montbéliard   1 comment

Samstag, 03.03.2012, 19:00 Uhr
Stade Auguste Bonal, Montbéliard
FC Sochaux-Montbéliard – Valenciennes FC 1:1 (0:0)

Fassungsvermögen: 20.005 Zuschauer

Das Stade Auguste-Bonal in dem unmittelbar an Montbéliard angrenzenden Industriestädtchen Sochaux ist seit 1931 Heimat des FC Sochaux-Montbéliard. Es liegt in unmittelbarer Nähe zur Autofabrik von Peugeot. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs hieß die Spielstätte noch Stade de la Forge (deutsch: Schmiede). Seit 1945 trägt es den Namen Auguste Bonal. Der Industriemann Bonal war während des Krieges Sportdirektor des Clubs. Zusammen mit acht weiteren Direktoren der Peugeot-Fabrik organisierte er einen Widerstand gegen die Automobilübermacht von Volkswagen. Sie versuchten möglichst unproduktiv zu arbeiten und die deutschen Maschinen zu sabotieren. Als dies von Ferdinand Porsche, dem Koordinator der Industrie bemerkt wurde, ließen die Nationalsozialisten die acht Direktoren in das Lager Schömberg deportieren. Nachdem Bonal 1945 aus dem Lager frei kam, wurde er nur wenige Tage später von Offizieren der Wehrmacht erschossen.

Wie bei vielen weiteren Stadien ist auch das Stade Auguste Bonal mit den Jahren gewachsen. Nach der Installation einer Flutlichtanlage 1957 kam das Stadion des Werksvereins zunehmend an seine Grenzen. Den Zuschauerrekord konnte das Stadion beim Meisterschaftsspiel gegen den AS Saint-Étienne im Jahr 1976 verbuchen. Damals strömten 20.886 Zuschauer in das Stadion, obwohl es nur für etwas mehr als 12.500 Zuschauer ausgelegt war. Aufgrund von Sicherheits- und Komfortmängeln beschränkte sich die Kapazität Anfang der 90er Jahre nur noch auf wenige Tausend Plätze. Mit der Weltmeisterschaft in Frankreich 1998 stiegen auch in Montbéliard die Ansprüche an ein Fußballstadion. Tribüne für Tribüne verwandelte sich das alte Stadion in eine moderne Spielstätte ohne Leichtathletik-Laufbahn und mit einer Komplettüberdachung. Zudem ist im Stadion der erste Spielgrund in Frankreich aus einer Natur- und Kunstrasen-Mischung ausgelegt.

Auf internationaler Bühne machte der FC Sochaux in der Uefa-Pokal Saison 1980/81 auf sich aufmerksam. Damals warf der französische Werksclub unter anderem auch Eintracht Frankfurt aus dem Wettbewerb. In jüngerer Vergangenheit holten die „les lionceaux“ (deutsch: Löwen) noch ein mal den französischen Pokal, der bereits in den 30er Jahren gestemmt werden dürfte, wo es auch zu zwei Meisterschaften der Löwen kam. In der höchsten französischen Spielklasse, der Ligue 1 (ehemals Division 1), hat der FC Sochaux von allen französischen Vereinen die meisten Spielzeiten absolviert. Heute gilt der Club als einer der besten Talentschmieden Frankreichs. Derzeit befinden sich die „lionceaux“ im Abstiegskampf. Eine Punkteteilung gegen Valenciennes FC bringt dabei nicht den erhofften Schritt Richtung Klassenerhalt.

Auf den Rängen war die prekäre Tabellensituation deutlich anzumerken. Der Oberrang der Kop Nord rund um die wohl bekannteste Fangruppe des FC Sochaux, die Joyriders Sochaux, gegründet 1996, machte optisch lediglich mit einem Spruchband „LE FCSM C‘ EST NOUS“ (Der FCSM sind wird) auf sich aufmerksam. Der Stimmungskern beschränkt sich auf knapp 100 Personen. Kontakte pflegen die Joyriders, die im letzten Jahr 15. Geburtstag feierten, zur Section Grenat von Servette Genf, den Partisans 33 von Bordeaux und dem Roazhon Celtic Kop von Rennes.

Im Stadion war heute nicht viel los. Aus Valenciennes reiste eine Busladung an, die sich 90 Minuten bemühte und samt einigen Fähnchen ständig in Bewegung war. Bedingt durch die Masse war akustisch jedoch kaum etwas zu vernehmen. Zumal die Supporter auf der Kop Sud jegliche aufkommenden Fangesänge mit einem auf den Gästeblock ausgerichteten Megaphon störten. Bis auf deren Vorsänger und die Trommel konnte man von den Supporter nichts vernehmen. Mit der Zeit war dies einfach nur noch nervtötend. Ein weitere Hand voll Supporter sammelte sich im Unterrang der Kop Sud (Boys 07).

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Veröffentlicht 10. März 2012 von stadionkult in Berichte, Neuigkeiten

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Eine Antwort zu “Stade Auguste Bonal, Montbéliard

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  1. Super Blog, mundet mir.

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