Müngersdorfer Stadion, Köln   Leave a comment

Dienstag, 13.12.2011, 20:30 Uhr
Müngersdorfer Stadion, Köln-Müngersdorf
1. FC Köln – 1. FSV Mainz 05 1:1 (0:0)

Fassungsvermögen: 50.000

Durch den Selbstmordversuch von Schiedsrichter Babak Rafati musste das Spiel zwischen dem 1. Fußballclub Köln und dem 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 verlegt werden, sodass es auf Seiten der beiden Mannschaften zu einer unvorhergesehenen englischen Woche kam. Trotz des Termins unter der Woche war das Müngersdorfer Stadion, dass seit seiner Neueinweihung 2004 den Namen des Energieversorgers RheinEnergie trägt, sehr gut gefüllt.

Im Umfeld des Stadions befinden sich zahlreiche weitere Sportanlagen und Plätze, die von großen Grünflächen umrundet werden. Auch wenn sich das Müngersdorfer Stadion im Laufe seiner Zeit in ein modernes Fußballstadion verwandelt hat, gehört es nicht zu den 0815-Stadien, die in Deutschland im Zuge der Weltmeisterschaft aus dem Boden gestampft wurden. Mit den vier Lichtsäulen und den Lücken zwischen den vier Tribünen ist es in der deutschen Stadionlandschaft von anderen modernen Arenen deutlich zu unterscheiden. Dabei versprühte das alte Rund, welches 1975 eröffnet wurde sicherlich mindestens genau so viel Charme. Bereits sein Vorgänger von 1923 galt zu den bedeutendsten deutschen Stadien, sodass sogar eine Olympiabewerbung für das Jahr 1936 eingereicht wurde.

Ein weiterer Grund warum Müngersdorf zu den bekannteren Sportstätten in Deutschland gehört ist mit Sicherheit die Fanszene des 1.FC Köln, die zu den besten in Deutschland gehört. In den Hochzeiten der Hooligans gehörte Köln zu den gefürchtetesten Pflastern. Kaum eine Szene stellte einen größeren Haufen als die Kölner. Während sich in den 70er Jahren hauptsächlich die Red Army Cologne einen Namen machte, resultieren daraus später Gruppen wie die Cologne Streetfighters. Auch heute noch kann sich die Kölner Fanszene sehen lassen. Während es um die Hooligans, wie überall in Deutschland ruhiger geworden ist und sie bei Spielen nur noch in den seltesten Fällen auftreten, erhielt auch die Ultra-Bewegung ihren Einzug in Köln. Aus einer Idee von vier Jugendlichen, die der ultraorientierten Gruppe Colonia C.C.A.A. angehörten, entstand 1996 die Wilde Horde, die bis heute existiert und nach dem Neubau des Stadions vom Oberrang in den Unterrang der Südkurve zog, die sie über Jahre hinweg prägten. Im Jahr 2001 formierte sich in Erftstadt, einem Vorort von Köln, eine weitere ultraorientierte Gruppe, die Erftstadt Boyz. Als die Gruppe schnell an Zuwachs gewann und viele Mitglieder aus dem Kölner Raum und Umland hinzukamen, entschloss man sich zur Saison 2005/2006 dazu den Namen Boyz Köln anzunehmen. Inzwischen hat sich in Köln auch noch eine dritte Gruppe formiert, die hauptsächlich aus ehemaligen Mitgliedern der WH besteht und die zunächst als Sektion Müngersdorf innerhalb der Wilden Horde auftrat. Als man sich in seinem Weg Ultra zu leben eingeschränkt sah und man keine Möglichkeit mehr sah als Sektion einen eigenen Weg einzuschlagen, spaltete sich ein kleiner Teil, der überwiegend aus langjährigen und erfahrenen Mitgliedern bestand als „Coloniacs“ aus der WH ab. Insbesondere der Kallendresser, ein Fanzine der Coloniacs kann sich sehen lassen, da es nicht nur die üblichen Spielberichte und Darstellungen liefert, sondern sich auch mit anderen Sub-Kulturen und Einflüssen auseinandersetzt.

Derzeit hat die Wilde Horde mit Sanktionen seitens des Vereins zu kämpfen. Weshalb es sich auch erklären lässt, dass die Kurve optisch kaum Akzente setzt. Die Kölner Ultras verzichten im heimischen Stadion auf die optische Unterstützung, da ihnen sämtliche Privilegien seitens des Vereins gestrichen worden sind. Auslöser  für diese Maßnahme war ein Angriff von Kölner Ultras auf einen Polizeibeamten nach einem Heimspiel. Hinzu kam, dass insbesondere die Wilde Horde in das Fadenkreuz der Springerpresse geraten war und kaum ein Tag verging ohne negative Schlagzeilen über die Gruppe in den Zeitungen zu lesen.

Während die Kölner akustisch in ihrem Stadion gegen die Mainzer die Oberhand behielten, geriet die Elf von Stale Solbakken unter Verzug und das obwohl die Mainzer Mannschaft mit Spielern wie Christian Fuchs, Andre Schürrle oder Lewis Holtby wichtige Spieler verlor. Immerhin gelang den Kölnern noch der späte Ausgleich, sodass es keinen Sieger gab. Weder im Spiel noch im Hinblick auf die Tabellensituation.

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Veröffentlicht 2. Januar 2012 von stadionkult in Berichte, Neuigkeiten

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