Stade de la Meinau, Straßburg   1 comment

Montag, 22.12.08 – 20:45 Uhr
Stade de la Meinau, Straßburg (Strasbourg)
Racing Club de Strasbourg – US Boulogne 1:0 (0:0)

Fassungsvermögen: 29.000 Zuschauer
Eröffnung: 1914 (letztmalige Renovierung zur EM 1984)

Auf einem Spruchband der führenden Straßburger Ultragruppen Ultra Boys 90 Strasbourg (UB 90) und Le Kop Ciel et Blanc (KCB) steht mit etwas Pyrotechnik untermalt „Stop Aux Matchs Decales“ geschrieben, was so viel bedeutet wie „Stoppt die Spielverlegung“. Die Begegnung im elsässischen Straßburg findet zwei Tage vor Weihnachten an einem Montagabend um 20:45 Uhr statt, keine Zeit zu der man eigentlich Fußball sehen möchte. Der Gästeblock des Stade de la Meinau ist bis auf eine handvoll Fans des Gastvereins aus Boulougne-sur-Mer, an der Straße von Dover gelegen, leer geblieben. Insgesamt sind für diese Anstoßzeit immerhin 19.779 Zuschauer gekommen. Vielleicht auch nur, weil zahlreiche Kinder in Gruppen ins Stadion geströmt sind. Wenn man nach dem ohrenbetäubenden Lärm der Kinder urteilt, scheint es fast so, als hätte der Verein Karten an Schulen und Fußballvereine verteilt.

Auf dem Platz findet man nur relativ unbekannte Namen. Lediglich an Zoltán Szélesi kann ich mich beim Überfliegen der Mannschaftsaufstellungen erinnern. Der Ungar kickte bereits eine Saison für Energie Cottbus und war mir deshalb ein Begriff. Was ich damals noch nicht ahnen konnte ist, dass der Guineaner Mamadou Bah inzwischen ebenfalls in Deutschland – beim VfB Stuttgart – die Fußballschuhe schnürrt, wenn auch nicht all zu häufig.

Die Straßburger gewinnen das Spiel durch einen Elfmeter des in Argentinien geborenen Bulgariers Emil Gargorov kurz nach dem Pausentee. Für einen Aufstieg in die Ligue 1 sollte es in dieser Saison dennoch nicht reichen. Viel eher sollte es den Club aus dem Elsass zwei Jahre später in die dritte Liga verschlagen, in der es nach dem missglückten sofortigen Wiederaufstieg zum Skandal kam. Der damalige Präsident Jafar Hilali kündigte an, dass man sich nicht mehr um die Verlängerung des Profi-Status bewerben würde und sogar die Insolvenz in betracht zieht. Für die neue Saison gab es keine zeitnahe Lösung, sodass der Verein in die Viertklassigkeit zwangversetzt wurde. Dazu kam dann noch hinzu, dass der potenzielle Nachfolger Hilalis – Sébastien Graeff – seine Zusage zur Unterstützung zurückzog. Im August 2011 entschied das zuständige Straßburger Gericht den Club als insolvent und beschloss die Auflösung der Kapitalgesellschaft. Seit jeher starteten die Straßburger in der fünften Liga einen Neuanfang. Auf diesem Wege kann man dem Verein nur alles Gute wünschen, schließlich waren die Elsässer bereits einmal französischer Meister (1979) und daraufhin sogar im Viertelfinale des Landesmeisterpokals.

Die Ultra Boys aus Straßburg pflegen enge Kontakte zu der Karlsruher Fanszene und sind somit auch mit den Berlinern in Kontakt gekommen. Regelmäßige Spielbesuche untereinander gehören zum Alltag. Als größter Rivale wird derzeit der FC Metz angesehen, auch wenn es in naher Zukunft aufgrund der Ligenzugehörigkeit wohl keine Spiele gegen die Rivalen geben wird.

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Veröffentlicht 22. September 2011 von stadionkult in Berichte, Neuigkeiten

Eine Antwort zu “Stade de la Meinau, Straßburg

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  1. Das Stade de la Meinau galt auch als möglicher Austragungsort der EM 2016 in Frankreich. Allerdings wurde es dann ausgebootet.

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